Patenfamilie

Mitteldeutsche Zeitung Lokalausgabe Mansfelder Land, Mittwoch, 15. Oktober 2003

Hilfe in Ostpreussen

Alexej hat Patenfamilie gefunden

Christfriede Günther und Ehepaar Rockmann unterstützen Geschwister - 13 Kinder noch vermittelbar

Alexej wird zum russischen Jolka-Fest am 31. Dezember ein Jahr alt. In den ersten Monaten seines Lebens ging es ihm nicht gut. Er erlitt eine schwere Gesichtsverbrennung. Baby Alexej hat noch eine ganze Reihe Geschwister und  nur eine Mama. Was der Kleine aus Gussew (ehemals Gumbinnen in Ostpreussen) noch nicht versteht: Er hat ab jeztzt eine Patenfamilie im Mansfelder Land, die Familie von Christfriede Günther aus Friesdorf.

Die Kirchen-Pädagogin und Religionslehrerin hat selbst drei Kinder (24/19/18) und ein sieben Jahre altes Pflegekind. “Wir engagieren uns schon seit 1994 in der Hilfe für Tschernobyl-Kinder und haben zwei Familien in Weißrussland unterstützt”, erzählt Günther. Vom Freundeskreis Gussew habe sie aus der Mitteldeutschen Zeitung erfahren und den Initiator matthias Kirsch gleich angerufen. “Es war auch für meine Familie überhaupt keine Frage, eine Patenschaft für ein Kind in Gussew zu übernehmen”, setzt sie hinzu. Christfriede Günther war Mitte der 90-er Jahre mehrmals in Russland, kennt die Umstände vor Ort also sehr genau. “Ich bin irgendwie Russland-süchtig, das liegt vielleicht daran, dass mein Vater aus der früheren Ukraine stammt”, meint die lebensfrohe Frau und lacht. Und dass sie Baby Alexej selbst in die Arme nehmen möchte, versteht sich. Vielleicht klappt es ja mal, hofft sie.

Pateneltern sind auch Karla und Erhard Rockmann aus Welbsleben. Die beiden Senioren verbindet eine ganz persönliche Beziehung mit der Stadt Gussew. “Unser Sohn Ingo ist dort Pfarrer”, sagt Erhard Rockmann, der gemeinsam mit seiner Frau im Sommer eine Reise nach Ostpreussen unternommen hatte. Das Paar übernimmt eine Patenschaft über ein knapp 14 Jahre altes Mädchen.

Der Eislebener Dachdecker Matthias Kirsch vom Freundeskreis Gussew erledigt alle Formalitäten mit den Pateneltern. Monatlich 20 Euro, so sagt er, beträgt die Spende. Das Geld kommt auf ein Konto und wird von der Dolmetscherin des Freundeskreises, die vor Ort lebt, an die Familien verteilt. “Zehn Euro gibt es für die Ernährung des Kindes, fünf für die medizinische Betreuung, und fünf Euro bleiben als Rücklage auf dem Konto”, so Kirsch. Im Augenblick kenne der Freundeskreis 13 Kinder, die in Patenschaften vermittelt werden sollen, so Kirsch.

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